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Authentisch: Wir lieben Katzenvideos

… und trotzdem überkommt uns ab und an der Wunsch nach mehr … Inhalt.

Passé ist die Zeit, in der ein Butterbrot auf dem Rücken einer Katze YouTuber und Forscher gleichermaßen beschäftigte. Was auch Hunderttausende zum Klicken eines kleinen Symbols in Form eines Daumens Richtung Erdatmosphäre hinriss. Jetzt ist alles anders. Generationen von Digital Natives wollen mehr. Y und Z sind erst der Anfang. Denn das Ende des Alphabets ist sicher nicht das Ende für Redakteure, Google und andere. Sie werden auch in Zukunft immer neue Schubladen für ganze Jahrgänge mit vermuteter Digital-DNA und genetisch verankerter Work-Life-Balance erfinden.

Doch zurück zum Anfang: Content. 7.410.000.000 Suchergebnisse für diesen Begriff und Google muss es wissen. Eine Angelegenheit also von großer Relevanz. Auch für uns als Agentur. Logisch. Nun multiplizieren sich Beiträge nahezu stündlich zu diesem Thema. Informativ und unterhaltend sollte er daher kommen. Und authentisch. Jeder hat dazu schon mindestens einmal den Stein der Weisen in der Hand gehalten, aber wer hinterfragt schon die Kontextualität von Content, die letztlich seine Authentizität prägt.  

„Authentizität“ wird erst dann wirklich relevant, sobald sie infrage gestellt wird. Sie ist nicht mehr als ein Etikett, dass einem Post, einem Bild, einem Video oder ganzen Kampagnen durch einen Dritten angeheftet wird. Auch nicht weniger.

Deshalb hat gerade eine Inszenierung dieser vermeintlichen Authentizität wenig Erfolg. Zu weit weg vom Rezipienten. Entscheidend ist nicht nur die Frage, wo sich Zielgruppen aufhalten, sondern was sie von einer Marke erwarten. Es geht nicht nur darum, eine „digitale Grammatik“ zu definieren, sondern in die Lebenswirklichkeit der Nutzer einzutauchen. So entstehen Inhalte von wirklicher Relevanz. Die manche mögen und andere nicht. Aber sie sind glaubhaft. Authentisch.

Soweit die Theorie. Wie aber geht die Praxis …? Gelungene, originelle, misslungene Exemplare – unsere Highlights gibt es – jetzt und in Zukunft – hier.

Erstes Beispiel: Autonomes Fahren. Die neueste Kampagne des größten deutschen Verkehrsunternehmens blickt in die Zukunft – das eine Auge zwinkert, ein bisschen. Und es geht dabei nicht vordergründig um Autos wie wir sie heute kennen oder die Bahn sie in Zukunft vermutet. Hallo Neuland. Vielmehr gehen Menschen – meditierend, schlafend oder Tee trinkend – ihrem Vergnügen nach, ohne sich auf den Straßenverkehr konzentrieren zu müssen. Denn sie reisen ja mit der Bahn. Die Autonomes Fahren auch ohne Autos kann.
Schon jetzt
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Ist die Verschlagwortung des Mobilitätswandels also bereits Realität? Wozu braucht es dann überhaupt noch hochautomatisierte Straßenkreuzer? Wenn das Verkehrsunternehmen die Lösung schon fährt. So einfach ist es dann doch nicht. Zwar bewegt sich die Idee (noch) näher an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen zwischen Köln und Hamburg als selbstfahrende Automobile. Aber längst nicht jede Bahnfahrt ist so komfortabel und multimedial wie in der Content-Welt von YouTube. Nur ein Stichwort: Chemnitz – Leipzig … naja … da wird dann auch das Schauen von Katzenvideos schwierig.

Eine originelle Idee der Bahn. Authentischer Content sieht jedoch anders aus. Und bestimmt ist beim Planen dieses „Virals“ das Internet im Hintergrund lachend verunglückt. Oder wieso sitzen noch immer mehr Menschen hinterm Lenkrad als Tee auf Schienen zu trinken? Liegt das vielleicht an der Diskrepanz zwischen Image und Wirklichkeit? GIGA-Gedanken am Horizont …